Waldeckische Jägerschaft Korbach e.V.
 

Verein

Chronik

Eine Zusammenfassung aus der Entstehung unseres Vereins.

Rückblick zum Zusammenschluss der Jäger im Landkreis Waldeck nach dem 2. Weltkrieg 1945

Bis zum Jahr 1945 nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches mit Kriegsende waren bis zu diesem Zeitpunkt alle Jagdschein-Inhaber, Jäger. Aufgrund der Auflösung aller Organisationen durch die Besatzungsmächte, besonders durch die Amerikaner, waren diese auch nicht mehr in dem bis dahin bestandenen DJV - Deutschen Jagdschutzverbandes organisiert.

Das Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 nebst Ausführungsverordnung, Satzung und Ehrengerichtsordnung der Deutschen Jägerschaft, Jägerprüfungsordnung, Wildverkehrsordnung, Gesetz über den Waffengebrauch und anderen einschlägigen Vorschriften, war in einem Taschenhandbuch von 191 Seiten für alle Jagdausübungsberechtigten, ob Forstbeamte oder Ziviljäger, rechtsverbindlich.

Hingewiesen sei, dass das polnische Jagdgesetz dem deutschen Reichsjagdgesetz ähnelt.

Nach dem 8. Mai 1945 - Kriegsende - musste die deutsche Bevölkerung alle Waffen und so auch die Jäger alle Jagdwaffen und Kurzfeuerwaffen den Siegermächten abliefern, die sie auf Lastwagen sammelten und an zentralen Stellen zerstörten.

Verständlicherweise hatten nicht alle Jäger ihre Waffen abgeliefert, sondern in irgendeiner Form, sei es in Dachböden oder gut umhüllt mit harz- und säurefreien Fetten in Metallbehältern im Wald vergraben.

Die Besatzungsmächte, denen ein waidmännisches Jagen ein Fremdwort war, machten keine Jagdausübung mit Ansitz, sondern jagten das Wild mit ihren Jeeps wild und ohne Ansprache und Schutz von weiblichem führendem Wild.

In der Zeit der Lebensmittelkarten, wo auch Fleisch sehr knapp war, haben dann die zivilen Jäger und auch besonders die Revierförster unter Einsatz ihres Lebens einzelne Stücke geschossen und den Kollegen der Forstverwaltung Wildbret für die Familien zukommen lassen. Natürlich wurde dieses Wildbret korrekt bezahlt und als Leseholz verbucht.

Ab etwa dem Jahr 1946 hatte dann der nach Krieg beim Forstamt Korbach eingesetzte Forstmeister Christian Selig (ehemaliger Oberst einer Luftkriegsschule) Verbindungen zu der amerikanischen Militärverwaltung in Korbach, die in der ehemaligen Kreissparkasse in der Prof.-Bier-Straße ihren Sitz hatte, geknüpft. Wegen der auftretenden Wildschäden besonders durch Schwarzwild - weil keine ordnungsgemäße Jagdausübung mehr stattfand - wurden Treibjagden in Begleitung eines amerikanischen Offiziers, der mit seinem Jeep Karabiner und Munition mitbrachte, durchgeführt. Die Waffen mussten dann nach der Jagd wieder abgeliefert werden.

Forstmeister Selig war natürlich bei all diesen Jagden immer dabei; er war als glänzender Kugelschütze bekannt. So schoss er zum Beispiel auf einem Stand im Berndorfer Waldrevier aus einer Rotte von fünf Überläufern drei Stück stehend - freihändig. Durch seine Verbindung und Ansehen bei den Amerikanern gab es dann für alle Jäger kleine Vorteile bei der Jagdausübung ab dem Jahr 1948.

Nach der Währungsreform 1948 bildete sich dann 1951 der sog. Hessenjäger in den einzelnen Kreisen des Landes, so auch im gesamten Kreisgebiet Waldeck mit den drei Kreisteilen Korbach, Arolsen und Bad Wildungen. Aktiv waren im Korbach-Arolser Raum Herr Forstmeister Selig, Herr Fritz Pohlmann (Mitinhaber der Fettfabrik Pohlmann), Herr Robert Pohlmann (Angestellter der Waldecker Bank in Korbach), Herr Lambion (Inhaber der Maschinenfabrik Lambion in Wetterburg).

Im Sachsenhäuser-Selbacher Raum Herr Hocke und im Wildunger Raum Herr Kühn.

Der sog. Hessenjäger hatte sich in Korbach im Gasthaus Zur Krone gebildet. Er bestand aus rund 100 Jägern, Forstbeamten und zivilen Jägern aus dem ganzen Kreisgebiet. Sie wollten und mussten sich erst kennenlernen, denn jagdliche Zusammenkünfte im Krieg gab es auch kaum. So waren verständlicherweise die Mentalitäten grundverschieden, nicht nur als Mensch, sondern auch in ihrer Einstellung zur Ausübung der Jagd und zur Bildung einer jagdlichen Vereinigung mit der Postenverteilung.

Es gab auch sehr turbulente Zusammenkünfte in der Krone in Korbach, wo es außer der wörtlichen Auseinandersetzung um 1950 dann auch anschließend untereinander zu tätlichen Übergriffen kam.

So bildete sich dann im Wildunger Raum eine eigene Gruppe und im Raum Korbach-Arolsen die Waldeckische Jägerschaft. Nach mündlichen Überlieferungen von Karl Heinemann, der erst 1949 aus russischer Gefangenschaft heimkehrte - Schwiegersohn von Fritz Pohlmann - hat er dort im Hause Pohlmann miterlebt, wie sich dann die Waldeckische Jägerschaft 1954 bildete. Zum Vorsitzenden Robert Pohlmann, Beisitzer Forstmeister Selig, Fritz Pohlmann und Lambion aus Arolsen.

Von nun an war ein kameradschaftlicher Zusammenschluss aller Waidmänner in dem Raum Korbach-Arolsen gegeben. Für sie galt der Grundsatz: Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt das Wild. Waidmännisch jagt, wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt. Dieser Vereinigung gehörten damals noch fast alle Forstbeamten an - auch Forstmeister. Dies war später dann leider nicht mehr der Fall.

Die Waldeckische Jägerschaft ist dann im Frühjahr 1954 gegründet worden.

Zur Erhaltung des jagdlichen Brauchtums:
In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg war dann jährlich das Dachsgraben in Mühlhausen, wo auch Karlchen X (Lehrer Rabe aus Gembeck) das Dachsgrabenlied, das in der gesamten Jägerschaft bekannt war, gedichtet hatte.

Seit dem Bestehen der Waldeckischen Jägerschaft kam es dann auch wieder zu Vorträgen von bekannten Jagdkundlern wie Herr Frefert, Dr. Fuhlbohm aus Kassel, etc.

In den 1970/80er Jahren hatte die Waldeckische Jägerschaft dann eine Mitgliederanzahl von über 600.

I. Gründung Hessenjäger 1951

II. Waldeckische Jägerschaft - Gründung 1954

1954 gegründet mit Vorsitzendem Robert Pohlmann, der bis 1974 Vorsitzender war.

1962 Gründung des Bläsercorps der Waldeckischen Jägerschaft mit siebenköpfigem Team.
Vorsitzender damals wie heute: Heinz Krönert, der sich die Pflege des Brauchtums besonders auf die Fahne geschrieben hat.

1974 Wilhelm Gröticke Vorsitzender bis 1989, wo er infolge schwerer Operation zurücktrat. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. In seiner Zeit von 1974 bis 1989 wurde von ihm mit seiner Frau das Liederbuch der Waldeckischen Jägerschaft eingeübt und dieses mit drei Auflagen und 15.000 Exemplaren aufgelegt und im gesamten Bundesgebiet verkauft. Besondere Förderung des Bläsercorps für die Erhaltung des jagdlichen Brauchtums.

1989 bis 1991 Walter Friese stellte sich als Vorsitzender zur Verfügung.

1991 wurde Prinz Georg Friedrich zu Waldeck und Pyrmont als 1. Vorsitzender gewählt, bis zum Jahr 2005.
Förderung der Jagdhornbläsergruppe aus dem Arolser Raum. Er ist Vizepräsident des LJV.
Prinz Georg Friedrich wurde zum Ehrenmitglied gewählt.

Vorsitzende:

von 2005 - 2009 Hartmut Meyer  

2009  - 2019 Heinz Langerzik   

ab 2019 Sandra Bergmann   

 


 


 


 

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